Krankheitsverlauf


 

Am 1.2.12 mussten wir unseren geliebten Xavier über die RBB ziehen lasse.

Er hatte einen Tumor am Hals, der  am 6.2.12 operiert werden sollte. Der TA war zuversichtlich, dass es nichts Bösartiges ist. Er hat sich leider getäuscht. Xavier hatte Krebs im Endstadium und niemand hat es mitbekommen, denn es ging ihm immer gut. Ausser dem Tumor am Hals, hatte er noch einen im Darm und einen in der Lunge. Zusätzlich sehr viele Metastasen in der Lunge.

Wahrscheinlich hatte er den Krebs schon in dem Jahr davor, denn da fing sein Husten an. Wir waren beim TA und er meinte, dass der Husten eventuell von den Zähnen kommen würde. Ein hinterer Zahn war nämlich entzündet und musste gezogen werden. Wir sollten abwarten und gucken wie sich der Husten nach der Zahn OP entwickelt. Doch einige Tage vor der Zahn OP verschlimmerte sich der Husten und ich bat den TA ihn genaustens zu untersuchen. Xavi hatte Wasser in der Lunge, was laut TA auf eine verdickte Herzwand zurückzuführen war. Er bakam Entwässerungstabletten und Herztabletten, doch sein Zustand änderte sich nicht wirklich. Wir nahmen seine Hustenattacke auf Video auf und zeigten sie dem TA. Darufhin meinte er, dass Xavi wohl unter Asthma leiden würde.

Um sicher zu sein, dass es wirklich nichts mit dem Herzen ist, sind wir mit Xavier zum Herzspezialisten gefahren. Dieser bestätigte, dass Xavier Wasser in der Lunge hatte, dies aber nicht vom Herzen kommen würde. Eine Herzuntersuchung hat ergeben, dass keine Herzwand verdickt war und das Herz völlig in Ordnung war. Auch dieser TA meinte, dass Xavier Asthma hätte. Er bekam Kortison und die Hustenattacken wurden seltener.

Irgendwann im Spätherbst entdeckten wir eine kleine Beule an seinem Hals. Diese wurde punktiert und für nicht bösartig befunden. Ich denke, dass das Kortison den Wachstum der Beule hemmte und dass es Xavier deswegen immer gut ging.

Anfang nächsten Jahres verschwand der Husten komplett und wir setzten das Kortison langsam wieder ab. Danach fing die Beule zu wachsen an. Wir waren wieder beim TA. Es wurde eine Probe entnommen und zum Spezialisten geschickt. Da das Ergebnis nicht ganz eindeutig war, riet uns der TA zu einer OP. Doch soweit schaffte es Xavi leider nicht, denn eine Woche vor der OP ging es ihm auf einmal ganz schlecht. Am Sonntag hat er noch mit am Frühstückstisch gesessen und wie immer gebettelt und am nächsten Tag rührte er sein Fressen nicht an. Er lag nur auf einer Stelle und bewegte sich kaum. Abends sind wir dann in eine Tierklinik gefahren und dort wurde festgestellt, dass der Krebs schon sehr weit fortgeschritten war. Zusätzlich hatte er eine sehr starke Anämie.

Man hätte die Tumore noch entfernen können, doch Aussicht auf eine Heilung bestand nicht. Um die OP überhaupt überstehen zu können, hätte Xavi Bluttransfusionen bekommen müssen und nach der OP Chemotherapien. Ob man damit alle Metastasen wegbekommen hätte, konnte uns keiner sagen. Es wäre nur ein Hinauszögern des Unvermeidbaren gewesen. Wir wollten ihm keine OPs und keine Chemotherapien zumuten und entschieden uns ihn gehen zu lassen. Alles anderen wäre egoistisch und nur in unserem eigenen Sinne gewesen. Die Entscheidung tat furchtbar weh. Ich konnte mich aber noch von ihm verabschieden und Detlef hat auf ihn aufgepasst bis er eingeschlafen ist.

Ich weiß nicht ob ich wütend oder froh sein soll. Wüntend, dass zwei Tierärzte nicht erkannt haben wie schwer krank Xavi war und froh, weil wir ihm damit einen Leidensweg voller OPs und Chemos erspart haben. Vieleicht hatte der Husten aber wirklich nichts mit der Krebserkrankung zu tun und es war tatsächlich nur Asthma. Vielleicht haben sich die Tumore und vielen Metastasen erst in den letzten zwei Monaten gebildet. Wir werden es leider nie erfahren.

Ich zwinge mich zu glauben, dass wir ihm dadurch viel Leid erspart haben und er noch ein schönes Jahr mit uns verbringen durfte, denn es ging ihm ja bis zum letzten Tag gut.

Am meisten hat Isis unter dem Verlust gelitten. Sie und Xavier waren noch nie getrennt und man merkte richtig, dass sie ihn vermisste.